Richtlinien für die Vergabe des Sozialpreises im
Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm unter dem Motto
„Zusammen Leben gestalten“
Der Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm vergibt unter einem jährlich wechselnden Motto einen Sozialpreis für besondere Projekte.
1. Ideen und Ziele
Der Sozialpreis richtet sich sowohl an potenzielle Preisträger (Vereine, Organisationen, Ehrenamtliche) als auch an die breite Öffentlichkeit. Unter der Kernbotschaft „Engagement verdient Anerkennung“ sollen mit dem Sozialpreis des Landkreises Pfaffenhofen a.d.Ilm soziale Initiativen gewürdigt und andere Akteure inspiriert werden. Die Zielgruppe umfasst alle Akteure, die im sozialen Bereich tätig oder daran interessiert sind.
2. Welche Kriterien sollen die Projekte erfüllen
a) Nachhaltigkeit und Langfristigkeit des Engagements:
Ein Beispiel wäre ein Bildungsprojekt für benachteiligte Kinder, das seit mehreren Jahren kostenlose Nachhilfe und Mentoring bietet. Das Ziel ist es, Kindern aus einkommensschwachen Familien langfristig eine bessere schulische Ausbildung zu ermöglichen und ihre Zukunftschancen zu verbessern. Ein solches Projekt zeigt nachhaltige Auswirkungen auf die Gemeinschaft, da es kontinuierlich läuft und messbare Erfolge (z.B. verbesserte Schulabschlüsse) erzielt.
b) Innovationsgrad und Kreativität:
Beispielsweise könnte eine App oder Online-Plattform umfassen, auf der sich Dorfbewohner vernetzen, um alltägliche Aufgaben wie Einkaufshilfen, Fahrdienste oder Gartenarbeiten zu organisieren. Besonders ältere Menschen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität profitieren von dieser digitalen Lösung, da sie Hilfe aus der Nachbarschaft schnell und einfach anfordern können. Die Plattform kombiniert moderne Technologie mit den traditionellen Werten der Dorfgemeinschaft und fördert den sozialen Zusammenhalt. Das Projekt ist innovativ, da es die Digitalisierung in den ländlichen Raum bringt und gleichzeitig bestehende Strukturen der Nachbarschaftshilfe stärkt.
c) Breite der Zielgruppe und gesellschaftliche Wirksamkeit:
Ein Integrationsprojekt für Migranten könnte beispielsweise ein leerstehendes Gebäude im Gemeindezentrum in ein multikulturelles Begegnungsrestaurant umwandeln. In diesem Restaurant würden Migranten nicht nur Arbeitstraining in verschiedenen Bereichen wie Gastronomie, Service, Verwaltung und Organisation erhalten, sondern es würde auch als kultureller Treffpunkt für die gesamte Dorfgemeinschaft dienen. Das Restaurant könnte internationale Speisen anbieten, die von den Migranten zubereitet werden und die kulinarischen Traditionen ihrer Herkunftsländer repräsentieren. Dies schafft nicht nur eine Möglichkeit für Migranten, praktische Berufserfahrung zu sammeln und ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern, sondern fördert auch den kulturellen Austausch mit den Einheimischen. Zusätzlich könnten regelmäßige kulturelle Veranstaltungen wie Kochkurse, interkulturelle Abende oder gemeinsame Feste organisiert werden, bei denen die Dorfbewohner mehr über die verschiedenen Kulturen der Migranten erfahren können. Das Projekt würde somit nicht nur zur Integration der Migranten beitragen, sondern auch das Gemeinschaftsleben im ländlichen Raum stärken und Vorurteile abbauen. Durch die aktive Einbeziehung der Migranten und der einheimischen Bevölkerung entsteht ein lebendiger Ort der Begegnung und des Austauschs.
Darüber hinaus könnte das Restaurant in Zusammenarbeit mit örtlichen Schulen und Ausbildungszentren als Lernort für junge Menschen dienen, die dort Praktika absolvieren oder Schulungen in interkultureller Kommunikation und Gastronomie erhalten. Solche Kooperationen fördern die Vernetzung und schaffen langfristig Synergien innerhalb der Gemeinde.
d) Partizipation und Einbeziehung der Gemeinschaft:
Ein „Stadtgartenprojekt“, bei dem Anwohner gemeinsam einen Gemeinschaftsgarten pflegen, könnte hier als Beispiel dienen. Die Bewohner arbeiten zusammen, um Obst und Gemüse anzubauen, und profitieren gemeinsam von den Erträgen. Gleichzeitig fördert das Projekt die Teilhabe und Mitbestimmung, da alle Beteiligten in die Planung und Gestaltung des Gartens einbezogen werden.
e) Vorbildfunktion und Multiplikator-Effekt:
Ein Nachhaltigkeitsprojekt für Schulen, bei dem Kinder und Jugendliche lernen, eigene kleine Klimaprojekte zu starten, könnte als Vorbild dienen. Die Initiative fördert umweltfreundliches Verhalten und inspiriert andere Schulen, ähnliche Projekte umzusetzen, wodurch ein Multiplikator-Effekt entsteht.
3. Teilnahme und Vorschlagsberechtigt
Das Marketing für den Sozialpreis richtet sich sowohl an potenzielle Preisträger (Vereine, Organisationen, Ehrenamtliche) als auch an die breite Öffentlichkeit. Auch Unternehmen und Schulen, die gesellschaftlich engagiert sind oder es werden wollen, sollen angesprochen werden. Die Zielgruppe umfasst somit alle Akteure, die im sozialen Bereich tätig sind oder daran interessiert sind, sich zu engagieren.
4. Preisgeld
Die Auszeichnungen sind mit einem Preisgeld von je 1.500 € verbunden. Das Preisgeld soll dazu dienen, das prämierte Projekt aufrechtzuerhalten und ggf. weiterzuentwickeln.
5. Jury
Über die Vergabe entscheidet der Sozialausschuss des Landkreises Pfaffenhofen a.d.Ilm.
6. Bewerbungszeitraum
Die Ausschreibungsfrist läuft jeweils vom 1. Mai bis einschließlich 31. Juli des jeweiligen Ausschreibungsjahres. Verspätet eingereichte Vorschläge können nicht mehr berücksichtigt werden.
7. Bewerbungsadresse
Der Bewerbungsbogen kann online unter www.landkreis-pfaffenhofen.de/leben/ehrenamt-und-vereine/sozialpreis/ ausgefüllt oder heruntergeladen werden und postalisch an
Landratsamt Pfaffenhofen
Stichwort „Sozialpreis“
Hauptplatz 22
85276 Pfaffenhofen a.d.Ilm
eingereicht werden.
8. Preisverleihung
Der Sozialpreis wird jährlich, erstmals Ende 2025 vom Landrat des Landkreises Pfaffenhofen a.d.Ilm, verliehen.
9. Inkrafttreten
Die Vergaberichtlinie tritt am 1. Mai 2025 in Kraft.
Pfaffenhofen, den 20.03.2025
Albert Gürtner
Landrat